Coming Home – In eigener Sache
Vor etwa zwei Wochen habe ich mein Studio aufgeräumt, denn dort lagen immer noch die Überreste der Geburtstagsparty meines Sohnes (Zirkus-Geburtstag!). Das wäre an sich nicht so bemerkenswert, wenn man sich nicht klarmachen würde, dass mein Sohn am 14.Februar Geburtstag hat und ich seitdem mein Studio praktisch nicht betreten habe. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich in den letzten 15 Jahren einmal über so eine lange Zeit außer ein paar Familienfotos nicht fotografiert hätte. Unsere familiäre Situation der letzten Monate hat das Fotografieren zur absolut unwichtigen Nebensache gemacht und über weite Strecken kam ich noch nicht einmal dazu, es zu vermissen. Angesichts einer schweren Erkrankung in der Familie ist Fotografie auch wirklich relativ unwichtig. Nach über einem halben Jahr ist nun endlich eine Situation erreicht, wo ich die Zuversicht habe, die Fotografie kann langsam wieder wichtiger werden. Und genau wie meine Tochter endlich aus der Klinik nach hause kommen konnte, wie wir gerade aus einem wunderschönen gemeinsamen Urlaub nach hause gekommen sind, fühle ich mich selbst so, als würde ich innerlich wieder nach hause kommen in mein vertrautes Umfeld, in dem Fotografie einen breiten Raum einnehmen kann. Schön endlich wieder da zu sein…
Silbermond und die Krieger des Lichts
An alle Krieger des Lichts
Wo seid ihr
Ihr seid gebraucht hier
Macht euch auf den Weg
(Silbermond, Krieger des Lichts)
Konzertfotografen sind irgendwie ja immer auch Krieger des Lichts, kämpfen mit Lichtverhältnissen, die oft alles andere als ideal sind, versuchen der schwierigen Situation gute Bilder abzutrotzen und den entscheidenden Augenblick einzufangen.
Oft müssen die „Krieger des Lichts“ leider aber auch mit ganz anderen Problemen kämpfen: Auf der aktuellen Tournee von Silbermond sollen laut einer Pressemeldung des Deutschen Journalisten Verband Konzertfotografen nach drei Liedern entweder ihre Ausrüstung abgeben oder das Konzert verlassen. Mein Kollege H. würde dazu sicher sagen: „Sind die bekloppt? Sachen mit F (Fahrzeug, Frau, Fotoapparat…) gibt man niemand anders…“
Da fragt man sich schon, warum eigentlich nicht einfach weiterfotografiert werden darf… Stört sie das Klicken des Verschlusses? Haben sie Angst, dass geblitzt wird und die Lightshow dann gestört wird? (Welcher ernsthafte Fotojournalist würde bei einem Konzert blitzen???) Was ist es dann? Größenwahn, Starallüren oder inzwischen im Musikbusiness ganz normaler Umgang mit Fotografen?
Um gute Bilder geht es den Fotografen. Aber auch den Musikern? Nein, die wollen nur ihnen genehme PR-Bilder. Denn hinter der restriktiven Gängelung der Fotografen steckt etwas Anderes: Die Eitelkeit der „Künstler“. Sie wollen sich frisch und clean abgebildet sehen.
(Manfred Scharnberg, Freelens)
Das ist zumindest die Einschätzung von Manfred Scharnberg in seinem Artikel darüber für Freelens.
Und dafür scheint tatsächlich einiges zu sprechen. Im letzten Jahr wurde der Fotograf Peter Wafzig zum Verlassen einer Silbermond-Pressekonferenz aufgefordert und ein zuvor bereits an ihn ausgegebener Fotopass wurde eingezogen. Begründung des Managers von Silbermond dafür war laut Peter Wafzig, dass sein Auftraggeber (laut.fm) die Platten der Band böswillig runterschreibe.
Dazu fällt mir tatsächlich nichts mehr ein und ich möchte lieber Bilder sprechen lassen und hier noch ein schönes Bild vom Silbermond-Konzert zeigen, aufgenommen beim 4. Lied.
Vielleicht sollten wir die Silbermond CD’s künftig nach dem dritten Lied einfach abschalten…
Nachtrag: Wie so oft in meinem Blog-Leben hat auch hier vor allem die Diskussion in den Kommentaren zu einem Artikel mir neue Verständnistüren geöffnet, vielen Dank dafür Peter Wafzig, der das alles ganz anders sieht und sich die Zeit genommen hat in Kommentaren einiges klarzustellen. Er hat mich ganz sicher nicht völlig überzeugt, aber der Eindruck, dass sich gerade Silbermond ganz besonders negativ hervortut, hat sich für mich nicht bestätigt. Ich empfehle zur Meinungsbildung auch die durchaus kontroverse Diskussion in den Kommentaren zu Peter Wafzigs Artikel.
Neue Preset-Quelle online
Über den Blogbeitrag von Besim auf lens-flare.de bin ich auf eine tolle neue Seite gestoßen: Mit Presetpond entsteht offensichtlich gerade eine neue Community im Internet zur Veröffentlichung und zum Austausch von Presets für Lightroom und Aperture.
Bisher musste man sich Presets mühsam im Netz zusammensuchen und ich bin sehr gespannt, ob es der Seite gelingt, zur zentralen Anlaufstelle für Presets zu werden. Ich habe jedenfalls gestern meine ersten Presets hochgeladen. Es gab dabei zwar wegen eines „/“ zuviel wohl eine Menge technischer Probleme, aber ein unglaublich hilfsbereiter und schneller Support hat es geschafft, dass nach etlichen Mails hin und her nun das Preset abrufbar ist. Die Presets haben sehr brauchbare Vorschaubilder und können von den anderen bewertet werden. Ich wünsche der neuen Community von Presetpond auf jeden Fall auch aus Eigeninteresse viel Glück und werde mich gerne daran beteiligen.
Nöö, der Daumen gefällt mir ganz und gar nicht!
Im großen und ganzen teile ich ja nicht den allgegenwärtigen Pessimismus und die Befürchtung Google und Facebook planen eine große Verschwörung und machen uns zu komplett gläsernen Menschen. Irgendwie vertreten diese Thesen für mich meist die falschen Leute, entweder welche die keinerlei Ahnung vom Internet haben oder welche die 20 Stunden täglich im Internet verbringen. Mit beiden Gruppen kann ich mich nicht so recht identifizieren.
Eigentlich hatte ich auch gerade angefangen, Facebook etwas abzugewinnen auch dank der Hinweise zur sinnvollen Nutzung einiger Blogbesucher hier. Nun bin ich heute auf einen hochinteressanten Artikel vom Rechtsanwalt Dr. Thomas Helbing auf der Seite www.drweb.de gestoßen, der diese gerade aufkeimende Sympathie zu Facebook wieder jäh auf den Boden der juristischen Tatsachen zurückgeholt hat.
Auf ganz vielen Blogs gibt es ja inzwischen die „Gefällt mir“-Buttons. Es war mir natürlich klar, dass es bei Facebook registriert wird, wenn ich darauf klicke und z.B. an meiner Pinnwand angezeigt wird. Was mir bisher nicht klar war ist, dass bereits mein Besuch auf diesem Blog ohne auf den Button zu klicken bei Facebook registriert wird, wenn ich mich vor Besuch des Blogs bei Facebook nicht ausgeloggt habe. Das finde ich gelinde gesagt doch aus Datenschutzgründen ziemlich unglaublich. Besuchern hilft offensichtlich nur, vor dem Surfen sich auf jeden Fall bei Facebook auszuloggen und Blogbetreiber, die den Button einbinden, müssen in den Datenschutzhinweisen der Seite darauf hinweisen. Nähere Hinweise dazu gibt es wie gesagt hier bei Dr. Web und ich kann den Artikel wirklich jedem sehr empfehlen.
So und ich werde jetzt erst einmal die automatisch vorgegeben Daumen auf einer anderen Seite von mir entfernen…
Andere Bilder von der Ölkatastrophe
Oh Gott, wie peinlich
Nein, in diesem Artikel soll es nicht um Fußball gehen, wenigstens nicht hauptsächlich…
Heute morgen bin ich auf dieses Video eines fatalen Fehltritts eines Hochzeitsfotografen gestoßen:
via (EDIT: Schade, schade, schade: Das Video ist nicht mehr verfügbar. Stellt euch einfach die Szene vor, wie der Fotograf rückwärts vor dem Brautpaar, das gerade aus der Kirche läuft, vorangeht und mit seiner sündhaft teuren Ausrüstung Bilder macht bis er mit seiner ganzen Ausrüstung in ein riesiges Taufbecken fällt…)
Oh Gott, wie peinlich… Und wahrscheinlich teuer…
Im Eifer des Gefechts passieren einfach manchmal Dinge, bei denen man sich hinterher das Hirn zermartert, wie das passieren konnte. Es nützt nur nichts mehr, dann ist das Kind bzw. der Fotograf schon in den Brunnen gefallen. Natürlich braucht dann der, der den Schaden hat für Spott nicht mehr zu sorgen, deswegen erzählt man diese Geschichten eigentlich auch nicht weiter, geht in sein stilles Kämmerchen und schämt sich.
Aber wir sind eben alle „nur“ Menschen und wenn man so richtig begeistert ist von einer Sache, sich voll und ganz darauf konzentriert, dann übersieht man manchmal eben anderes. Diese selektive Konzentration auf eine Sache führt einerseits zu fantastischen Ergebnissen, lässt uns über uns heraus wachsen und ein anderes Mal geht es einfach schief. (Nein es geht hier immer noch nicht um Fußball…)
Mir ist zum Beispiel vor einigen Jahren der Klassiker passiert: Ganz begeistert von dem tollen Licht und dem tollen Modell und genervt von der noch nicht so tollen Perspektive bin ich den berühmten einen Schritt zurück gegangen und mit Karacho (und Kamera!) eine Treppe heruntergefallen. Ich habe mir zwar einiges aufgeschürft aber zum Glück nichts gebrochen und konnte das Shooting fortsetzen. (Nachdem das Modell, das nach meinem Sturz etwas blass war, sich nochmal nachgeschminkt hatte…)
Wie sieht es bei Euch aus, was sind Eure bisherigen größten fotografischen Fehltritte und Pannen? Nennt es von mir aus Blogparade, ich wüsste einfach gerne was in Eurem fotografischen Leben schon mal so richtig schief gegangen ist. Schreibt es hier als Kommentar, berichtet in Eurem Blog darüber und schreibt den Link als Kommentar zu diesem Artikel. Gebt Euch eine Blöße und steht dazu!
Natürlich sind Themen wie „Deutschland im Fußballrausch“ (Fotowettbewerb “100 x Schlaaand!”) oder der BlogTimes-Fotowettbewerb Städte- und Landschaftsfotografie tolle und sehr dankbare Themen für einen Fotowettbewerb. Sehr viel sperriger ist das Thema des AWO-Fotowettbewerbes 2010: „Arm in einer reichen Gesellschaft“.
Bei all den Leistungskürzungen und Sparpaketen, die in der Zukunft geplant sind ist dieses Thema allerdings für sehr viele Menschen in Deutschland von allergrößter Bedeutung. In anderen Blogs, die ich aufmerksam verfolge wie z.B. hier ist längst eine engagierte und manchmal erbitterte Diskussion über den Begriff Gerechtigkeit entbrannt und ich denke auch wir Fotografen könnten einen Beitrag zu dieser Debatte leisten. Dafür wäre der AWO-Fotowettbewerbes 2010: „Arm in einer reichen Gesellschaft“ eine ganz hervorragende Möglichkeit.
Die Teilnahmebedingungen scheinen mir sehr klar und fair zu sein, die Preise sind attraktiv und die Aufgabe finde ich außerordentlich spannend:
„Unter dem Motto „Arm in einer reichen Gesellschaft“ suchen AWO und DVF Foto-Beiträge, die sich kritisch und kreativ mit diesem Thema auseinandersetzen. Ziel ist es, das öffentliche Bewusstsein für die Risiken von Armut zu stärken und die Wahrnehmung für deren Ursachen und Auswirkungen zu schärfen.“
Ich wünsche diesem Wettbewerb viele kreative und möglichst wenig klischeehafte Beiträge. Armut ist eben nicht nur der Obdachlose auf der Parkbank, sondern es sind vor allem Kinder, die ganz normal in die Schule gehen und deren Armut man oft erst auf den zweiten Blick sieht. Dass das auch sehr kreativ, humorvoll und gleichzeitig berührend umsetzbar ist, dafür habe ich mit diesem wunderbaren Film ein schönes Beispiel zur Inspiration gefunden:
Wer braucht eigentlich Facebook???
Vor längerer Zeit habe ich mich auf Facebook angemeldet weil Bekannte von mir das sehr aktiv nutzen. Ich bin zwar inaktiv schau mir das ganze aber nun seitdem aufmerksam an und ehrlich, ich habe immer noch keine Ahnung, was mir das bringen soll. Ganz abgesehen von den ganzen Datenschutzproblemen bei Facebook verstehe ich einfach nicht, wozu es gut sein soll. Vielleicht bin ich ja dafür einfach zu alt oder ich verstehe es nicht, aber diesen ganzen Hype um Facebook finde ich komplett grotesk. Über das Blog von Tom Rothenburger bin ich auf dieses wunderbare Video dazu gestoßen:
Aber vielleicht habt ihr ja einen anderen Zugang zu Facebook. Wofür nutzt ihr Facebook und bringt es euch wirklich etwas?
Atempause

Auch wenn es nur neun Tage Urlaub waren, auch wenn nur zwei Tage davon schönes Wetter war, auch wenn alles überlagert war von schlechten Nachrichten und Sorgen, gab es doch auch Momente, in denen die Farben und das Licht mich gefangen genommen haben… Read more…
Bilderbrunnen muss pausieren
Liebe Mitleser auf diesem Blog,
aufgrund eines unerwarteten, heftigen Krankheitsfalles in der engsten Familie, werde ich in den nächsten Wochen leider nicht dazu kommen, mich um dieses Blog zu kümmern. Ich bitte um Verständnis dafür und melde mich zurück, sobald es geht.
Bis (hoffentlich) bald
Peter Brückner










