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Mein bestes Bild 2011

31. Dezember 2011

Das Jahr 2011 war für mich persönlich ein sehr schwieriges und rauhes Jahr mit vielen Problemen in allen Lebensbereichen und die Fotografie spielte deswegen nur eine untergeordnete Rolle. Zwar habe ich einiges fotografiert aber vieles davon schlummert noch völlig unentdeckt auf der Festplatte, weil ich einfach weder die Zeit noch die Muße hatte, die Bilder zu bearbeiten. In der Auswahl der Bilder für unsere traditionellen Familienkalender stieß meine Frau auf dieses Bild und weil ich es so sinnbildlich für das ganze abgelaufene Jahr finde, ist es für mich mein bestes Bild 2011 – und bisher komplett unveröffentlicht!

schroffe Felsen und Brandung an der Cote VermeilleAllen Blogbesuchern wünsche ich ein gesegnetes Jahr 2012!

Und wer noch mehr beste Bilder 2011 von anderen Fotografen sehen möchte, dem empfehle ich die Blogparade von visuelleGedanken.

Ein anderer Blick auf Afghanistan

6. November 2011

Unser Bild von Afghanistan ist geprägt von den Bildern der Nachrichtensendungen, von Krieg, Terroranschlägen und Leid. Der beeindruckende Blick hinter die Kulissen Afghanistans von Lukas und Salome Augustin zeigt eine andere Seite des Landes.

Wer noch mehr beeindruckende Bilder der beiden (nicht nur aus Afghanistan)  sehen möchte, dem empfehle ich einen Besuch auf ihrer Homepage oder auf der Facebook-Fanseite von AugustinPictures.

Klaus Polkowskis Dokumentation des Papstbesuches

1. Oktober 2011

Man sagt ja Glaube kann Berge versetzen. Anschaulich wird dies bei der fantastischen Fotodokumentation des Papstbesuches in Freiburg von Klaus Polkowski. Klaus hat die ganze Vorbereitung in Freiburg begleitet und in sehr eindrucksvollen Bildern dokumentiert.

Bauarbeiten beim Papstbesuch in Freiburg 2011, Copyright Klaus Polkowski

Bauarbeiten beim Papstbesuch in Freiburg 2011, Copyright Klaus Polkowski

Der kurze Besuch in Freiburg über den dann in den Nachrichten einige Sekunden berichtet wurde, brauchte eine monatelange Vorbereitung. Beim Betrachten der Bilder von Klaus beginnt man zu ahnen, was für ein unglaublicher Aufwand betrieben wurde. Mit sehr viel Respekt für den enormen Kraftakt und die vielen Hände, die daran beteiligt waren erlaubt er uns einen Blick hinter die Kulissen eines Großereignisses.

Papstbesuch in Freiburg 2011, Copyright Klaus Polkowski

Papstbesuch in Freiburg 2011, Copyright Klaus Polkowski

Die komplette Galerie der Aufbauarbeiten sind hier zu sehen und wer sich auch für die Dokumentation des  Besuches selber interessiert, der wird hier fündig. Vielen Dank an Klaus Polkowski für die Freigabe der drei Bilder.

Papstbesuch in Freiburg 2011, Copyright Klaus Polkowski

Papstbesuch in Freiburg 2011, Copyright Klaus Polkowski

Projekte die ich schon immer mal verwirklichen wollte: 1. ein schlechter Verlierer sein

8. Juni 2011

So es ist ja recht ruhig hier gewesen in den letzten Monaten. Leider kam ich kaum zum fotografieren weil familiäre Beanspruchung mich schlichtweg völlig aufgesaugt hat. Was ich trotzdem fotografisch gemacht habe in den letzten Monaten war die Fußball- und Handballspiele meines Sohnes zu fotografieren. Und dabei habe ich ganz neu auch die Liebe zur Sportfotografie entdeckt. Dabei ist dann unter anderem auch dieses Bild entstanden, das mir ganz gut gefällt.Fußball beim FV ThüngersheimTja, kaum ist ein Bild gelungen träumt man natürlich von höheren Zielen und die Frauen-Fußball-WM in Kürze in Deutschland wäre so ein Ziel. Da traf es sich gut, dass im Jeriko-Blog einen Wettbewerb gibt, bei dem man einen Platz an der Seitenlinie beim Spiel Deutschland Nigeria gewinnen kann (und eine Sony-Kamera zum da fotografieren noch dazu). Und obwohl ich diese ätzenden Internet-Votings hasse und mir eigentlich geschworen habe, an so einem Voting nicht mehr teilzunehmen, habe ich das Bild doch eingeschickt.

Tja und es kam, wie es kommen musste und jetzt steht mein Bild wieder in einem Internet-Voting zur Wahl und seitdem rege ich mich nur noch auf. Nicht dass ich der Meinung bin, dass mein Bild das beste wäre, denn auch Bild 4 finde ich fantastisch und die Bilder 2 uns 8 haben für mich definitiv auch etwas. Aber es gibt eben auch eine auffallend große Menge Votes (oft blockweise nacheinander) für Bilder, die in meinen Augen weder fotografisch irgendetwas hergeben, noch das eigentliche Thema des Wettbewerbs Fußball (und nicht etwa Deutschland oder Frauen-WM) gut umsetzen. Seien wir ehrlich, dass bei so einem Voting das nach Meinung der Blogbesucher beste Bild gewinnt ist doch einfach eine Illusion. Es gewinnt das Bild dessen, der am meisten Freunde dazu bringen kann für sein Bild zu voten. Der Gewinner darf sich dann wohl rühmen, am besten mobilisiert  (und nicht unbedingt fotografiert) zu haben. Eigentlich eben kein Fotowettbewerb sondern ein Mobilisierungs-Wettbewerb… Ich weiß ich bin bescheuert, dass ich da trotzdem mitgemacht habe, ich weiß ich bin bescheuert, dass ich nicht einfach meine Klappe halte um nicht ein schlechter Verlierer zu sein, aber Klappe halten war noch nie meine Stärke. Übrigens genau wie Voter mobilisieren: auch noch nie eine Stärke von mir…

Ich schwöre, das war das letzte Voting, an dem ich teilgenommen habe ;-)

Ich habe fertig!

„DVF als Partner attraktiver Fotowettbewerbe“ ???

10. Februar 2011

Heute lag das Mitgliedsjournal des Deutschen Verbandes für Fotografie e.V. (DVF) in meinem Briefkasten. Auf Seite 17 wird dann auf zwei Fotowettbewerbe hingewiesen „an denen der DVF als beratender Partner beteiligt ist“. Einer davon ist der Wettbewerb „Altersbilder“, vor dem wegen nicht akzeptabler Teilnahmebedingungen zur Zeit überall gewarnt wird ( z.B. hier und hier und hier usw. usf….). Das Thema Beteiligung an diesem Fotowettbewerb oder nicht ist eigentlich durch. (Meine dringende Empfehlung: Natürlich nicht!)  Warum dann noch dieser Artikel dazu?

Mir geht es um die Verantwortung des Verbandes, den ich seit vielen Jahren mit meinen Mitgliedsbeiträgen unterstütze. Ein Blick auf die Seite des DVF macht nämlich deutlich, dass die ganzen Warnungen in der Blogszene vor diesem Wettbewerb nicht etwa dazu geführt haben, zumindest einmal sachlich auf die Probleme der Teilnahmebedingungen hinzuweisen, womöglich sogar auf die Diskussion darüber im Internet, sondern nur dazu, dass die Teilnahmebedingungen verteidigt werden und das zum Teil mit falschen Informationen.

So schreibt der DVF da zum Beispiel über die Nutzungsrechte der nicht prämierten Bilder:

Zu den nicht prämierten Beiträgen gilt Folgendes: Hierfür behält sich das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Einzelfall eine unentgeltliche Nutzung für die Öffentlichkeitsarbeit im Zusammenhang mit dem Wettbewerb vor. Eine PR-Kampagne mit den nicht prämierten Motiven ist nicht vorgesehen.

In den Teilnahmebedingungen des Wettbewerbs, denen man mit der Teilnahme automatisch zustimmen muss, liest sich dies aber ein entscheidendes bißchen anders:

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend erhält das entgeltfreie Nutzungsrecht an allen Wettbewerbsbeiträgen sowie das Recht zur Bearbeitung für die per Post eingesandten Bilder. Dies gilt auch für die Berichterstattung über den Wettbewerb (unabhängig von den Medien) sowie zur weiteren Öffentlichkeitsarbeit (zum Beispiel Ausstellungsplakate, Einladungen, Ausstellungen, Kataloge, Bücher).

Ich lese aus den Teilnahmebedingungen also nichts heraus von einer Einschränkung auf Öffentlichkeitsarbeit im Zusammenhang mit dem Wettbewerb. Ganz im Gegenteil: in den Wettbewerbsbedingungen ist ja gerade betont, dass es auch (und nicht ausschließlich) für die Berichterstattung über den Wettbewerb gilt. Die Formulierung des DVF ist übrigens fast wörtlich übernommen von einem Herrn Bruno Neurath-Wilson, der dies auch als Kommentar in verschiedenen Blogs so geschrieben hat und der auch im Auftrag des Bundesfamilienministeriums über den Fotowettbewerb twittert.

So, und spätestens hier stellt sich für mich die entscheidende Frage: Wer ist hier eigentlich beratender Partner von wem? Ist der DVF als größter deutscher Verband für Amateurfotografen wirklich beratender Partner des Veranstalters eines Fotowettbewerbes und berät seinen Partner, wie man einen solchen Wettbewerb attraktiv gestaltet (und zwar nicht nur mit Preisen sondern vor allem auch mit Teilnahmebedingungen!). Oder ist es nicht eher umgekehrt und der Veranstalter des Fotowettbewerbs berät den DVF, wie er eigentlich inakzeptable Teilnahmebedingungen seinen Mitgliedern so verkaufen kann, dass sie es nicht so recht merken und trotzdem mitmachen…

Anwendertest Olympus E-PL1 mit 14-150mm/1:4-5.6 ED

9. November 2010

Als leidenschaftlicher Fotograf besitze ich schon seit vielen Jahren mehrere Spiegelreflexkameras, inzwischen u.a. zwei digitale Nikon-Spiegelreflexkameras und eine Unmenge Wechselobjektive und Zubehör. Die Qualität der Spiegelreflexkameras möchte ich auch nicht missen, aber irgendwann kommt der Moment, wo man die komplette Ausrüstung z.B. bei Familienausflügen zuhause lässt, weil man genug von der Schlepperei und dem ganzen Aufwand hat. Im Ergebnis führt das dann dazu, dass man die tollsten Bilder von Landschaften, Modellen, Tieren und allem möglichen hat, aber kaum Bilder von der eigenen Familie, von Urlauben und Feiern. Die Kommentare der Ehefrau zu diesem Mangel an guten Familienbildern kann sich jeder vorstellen…

Als Kompromiss hatte ich mir eine Superzoom-Bridgekamera von Panasonic (Lumix FZ28) angeschafft und bin immer wieder erstaunt, wie gut die Qualität der Bilder für so eine handliche Kamera ist. Als Qualitätsfanatiker stoße ich aber auch immer wieder an Grenzen. Insbesondere das Rauschverhalten bei wenig Licht durch den kleinen Chip ist ein Punkt, mit dem ich mich oft nur schwer abfinden kann, genau wie die geringe Blitzleistung, die meist einfach nicht ausreicht.

Kameravorderseite Olympus PEN E-PL1Es war für mich deswegen ein Glücksfall, dass ich von fotoMAGAZIN und Olympus die Micro FourThirds Systemkamera PEN E-PL1 mit dem 14-150mm/4-5.6 ED von Olympus für einen Monat für einen Test zur Verfügung gestellt bekam. Die Kamera ist von der Größe (mit dem Objektiv) absolut vergleichbar mit der Lumix FZ28 und auch das um knappe 200 Gramm höhere Gewicht des Sets kommt mir immer noch federleicht vor im Vergleich mit meiner Spiegelreflexkamera. Weiterlesen…

„Das muss an ihrer Datei liegen…“

4. November 2010

Der Einsendeschluss des Fotowettbewerbes rückte immer näher und meine beim Internet-Labor meines Vertrauens bestellten Vergrößerungen brauchten wegen Feiertag auf dem Postweg länger als kalkuliert. Aber zum Glück gibt es ja auch Fotodienstleister, die damit werben in einer Stunde 20×30 Bilder in bester Qualität zu akzeptablem Preis zu machen. Also fuhr ich nach Würzburg und übergab dem freundlichen Mitarbeiter des Schnelllabors meine Dateien, erwähnte noch, dass ich beste Qualität brauche weil die Bilder für eine Ausstellung sind und überließ meine Dateien ihrem traurigen Schicksal.

Die Stunde Wartezeit überbrückte ich mit ein paar Bildern für meinen Kameratest der Olympus E-PL1 und experimentierte mit dem Artfilter „Monochrom Film“:

Beispielbilder mit dem Artfilter Monochrom Film der Olympus E-PL1

"En passant" Beispielbilder mit dem Artfilter Monochrom Film der Olympus E-PL1

Nach einer Stunde ging ich dann frohen Mutes die Bilder abholen. Als ich die Ergebnisse sah, traf mich der Schlag. Die Bilder waren so heftig zu dunkel mit so stark aufgesteilten Farbkontrasten, dass 3 von vieren komplett unbrauchbar waren. Jetzt kam diese bekannte Diskussion die ichvon früher kannte und seit Nutzung von Internet-Laboren keine Sekunde vermisst hatte: „Ich schwöre, ich habe nichts an den Bildern verändert, ich hab sie genau so belichtet wie sie waren, das muss wohl an ihren Dateien liegen…“ In meinem Alter hat man eine gewisse Erfahrung in der Diskussion mit angelernten Fotolaborantinnen, die immer alles richtig machen und so war die Diskussion wegen in der Vergangenheit tausendfach bewiesener Zwecklosigkeit schnell beendet. Ich nahm ein Bild, dem die unfreiwillige „Verbesserung“ nicht geschadet hat, gerne ab und ein zweites mangels Alternative zähneknirschend, den Rest nahm ich nicht ab. Mit einer gehörigen Wut im Bauch marschierte ich zur Konkurrenz für einen zweiten Versuch, denn so schnell wollte ich mich nicht geschlagen geben und den Fotowettbewerb in den Wind schreiben.

So betrat ich also zum ersten Mal Foto-Fix in der Semmelstraße in Würzburg. Zwei Mitarbeiterinnen wuselten im Laden umher, machten parallel Bewerbungsfotos von jungen Damen, verkauften älteren Herrn Bilderrahmen und waren dabei so freundlich, schnell und doch ruhig, als wäre dieser Stress völlig normal. Dann kam  in dieser Hektik auch noch ich mit meinem Anliegen. Und was soll ich sagen: in 5 Minuten (!!!, keine Übertreibung) hatte ich von den selben Dateien perfekt ausbelichtet Bilder vor mir liegen, die auch noch 20% billiger waren als bei der unfähigen Konkurrenz.

Die Tonwerte und Farben waren genauso zart und hell wie ich sie wollte (und wie in der Datei!) und nicht zu einer Pop-Art-Karrikatur verwurschtelt:

Blick auf Würzburg im ersten Morgenlicht

Ein großes Lob und ein herzliches Dankeschön für die tolle Arbeit. Mein Tag war gerettet. Aus einer Laune raus ging ich dann nochmal zurück in das erste Labor, da ja in deren Workflow offensichtlich irgendetwas schief ging und fragte nach, ob sie eine Rückmeldung zu der Panne von eben möchten, damit sie eine Fehlerquelle ausmerzen können. (Ich vermute, dass eine automatische „Bildverbesserung“ aktiviert ist.) Das Gespräch war aber schnell beendet, da der Verkäufer klar sagte, dass er keine Rückmeldung braucht… OK, dann halt nicht nicht…

Ich werde in Zukunft gleich zu Foto-Fix gehen und um die Innenstadt-Konkurrenz werde ich einen großen Bogen machen.

Kurz nachdem ich wieder zu hause war kamen dann übrigens die beim Internet-Labor bestellten Bilder an. Und sie glichen wie ein Ei dem anderen den Bildern von Foto-Fix, soviel zum Thema „Das muss an Ihrer Datei liegen…“

Meine Stunde als Foto-Star

30. Oktober 2010

Letzte Woche hat die fotocommunity in ihrer unermesslichen Weisheit beschlossen, ein uraltes Bild von mir (gemacht vor ca. 13 Jahren und bei fotocommunity online gestellt vor über 8 Jahren) für eine Stunde auf der Startseite zu präsentieren zusammen mit meinen drei neusten Bildern. Warum gerade dieses weiß kein Mensch… Einen Tag vorher wurde ich darüber informiert. Mein erster Gedanke war: „Oh Gott, warum dieser alte Schinken?“ Nicht dass das Bild schlecht wäre, im Gegenteil, mit dem analogen Bild habe ich schon Preise gewonnen. Aber der Scan, oh Gott wie peinlich, unglaublich mit was für einer Scanqualität ich mich vor 8 Jahren zufrieden gegeben habe…

Egal, ich habe einen Hinweis auf mein Blog darunter gesetzt und gehofft, dass dadurch auch die neueren Bilder ein wenig Beachtung bekommen. Augen zu und durch, eine peinliche Situation mehr in meinem an Peinlichkeiten reichen Leben, was solls.

Und am 21.10.2010 exakt um 22:00 Uhr war es dann soweit:

Mein Bild auf der Startseite

Mein Bild auf der fotocommunity-Startseite am 21.10.2010

Ich hatte es geschafft, endlich einmal auf der Titelseite, ein Lebenstraum wurde war…

Im Kreise meiner aus diesem Anlass versammelten 250 besten Freunde hielt ich eine kleine Rede und dankte allen, die mich immer unterstützt hatten. Wir stießen mit dem vorbereiteten Champagner an und sprachen über meine neuen Projekte (Oscar, Friedensnobelpreis usw.).

(Nur zur Info: das im Absatz darüber war ein Scherz!) In dieser einen Stunde hatte dieses Bild dann mehr als 2000 Zugriffe (in den über acht Jahren davor knapp über 1000). Die Dimension ist erschreckend, aber wer von vielen wahrgenommen werden will muss wohl auf die Titelseite… Und nach einer Stunde war der Spuk Zauber dann vorbei, himmlische Ruhe kehrte wieder ein und meine Bilder blieben wieder so unbeachtet wie davor.
Trotzdem, vielen Dank für die geballte Aufmerksamkeit, für den Ein-Stunden-Starruhm und vor allem für die netten Kommentare, die für andere bisher weitgehend unbeachtete Bilder dafür abgefallen sind.
Ich liebe Euch alle ;-)

Buchbesprechung: Objektfotografie im Detail von Eberhard Schuy

28. Oktober 2010

Objektfotografie ist nicht gerade mein Spezialgebiet in der Fotografie. Da ich aber zunehmend fasziniert bin von raffinierten Detailaufnahmen und gerne selbst mehr in diese Richtung machen möchte, habe ich dankbar zugegriffen, als Michael Kirchner mir ein Rezensionsexemplar angeboten hat.

Objektfotografie im Detail von Eberhard Schuy

Schon der erste Blick ins Buch macht deutlich: Hier schreibt einer, der etwas von der Materie versteht. Die gezeigten Bilder sind von einer unglaublichen Klarheit und doch raffiniert gestaltet. Anders als bei so vielen Büchern im Portrait- oder Aktbereich entsteht nie auch nur in Ansätzen der Eindruck, solche Bilder selbst auch problemlos (und vielleicht sogar besser…) hin zu bekommen.

In den ersten Kapiteln geht es kurz um den Weg zur Objektfotografie, die Abgrenzung von Sachaufnahme zu Stilllife, Aufbau und Lichtführung und den Weg zu eigenen Bildern.

Etwa zwei Drittel des Buches („Kapitel 5: Bilder, Sets und Erklärungen“) machen die 52 exemplarischen Bilder aus, die in Setaufbau, Lichtführung und Entstehungsprozess sehr detailliert beschrieben werden ohne durch kameratechnische Details wie Blendenwahl usw. unnötig zu langweilen. Die Beherrschung fotografischer Grundregeln und der Kameratechnik wird einfach vorausgesetzt und das Buch ist dadurch ganz sicher nicht empfehlenswert für Fotografie-Einsteiger, die ihre ebay-Fotos aufpeppen wollen.

Eine Gefahr bei diesem Ansatz sehe ich allerdings darin, dass Einsteiger in die Detailfotografie aus anderen Fotodisziplinen durch die Perfektion der Bilder und den Aufwand mit dem sie produziert werden auch leicht entmutigt werden können. So heißt es bei einem auf den ersten Blick sehr schlichten Bild eines Weinglases am Ende lapidar: „Die gesamte Produktionszeit betrug ca. 5 Stunden.“ Das ist ein Wort und macht das hohe Niveau auf dem vom Autor gearbeitet wird deutlich. Für einen Einsteiger in die Detailfotografie wie mich gibt es zum Glück natürlich auch einfachere Einstiegs-Sets und sehr schöne Übungen zu Lichtführung und Spiegelungen.

In weiteren Kapiteln geht es dann noch um die Bedeutung der Technik im Bild, Blickführung und das bildbestimmende Dreieck sowie für mich ganz besonders interessant: bildbestimmende Details wie z.B. Tropfen und Rauch.

Sehr hilfreich fand ich persönlich auch die beiliegende DVD. Hier zeigt Eberhard Schuy anhand von 4 exemplarischen Aufgaben sehr anschaulich wie er arbeitet und wie Objektfotografien auf höchstem Niveau entstehen.

Natürlich könnte man kritisieren, dass die Auswahl der Beispielfotos etwas Glas- und Flüssigkeits-lastig ist und nicht die volle Bandbreite der Objektfotografie abbilden. Für mich waren allerdings die Arbeit an wenigen Objekten mit immer weiteren Variationen hilfreicher als ein Kompendium möglicher Motive. Das Buch geht eindeutig in die Tiefe und nicht in die Breite und ich schätze eine solche Herangehensweise sehr. Was mir persönlich als Einsteiger in dieses Spezialgebiet der Fotografie gefehlt hat, waren noch mehr ganz pragmatische Tipps z.B. Bezugsquellen für Materialien wie die unterschiedlichsten Untergründe oder andere Dinge, die man als alter Hase einfach hat oder weiß, die als Einsteiger aber oft eine beträchtliche Hürde darstellen – eben all das, was man bei einem Seminar den Referenten in der Pause fragt…

Was mich sehr fasziniert hat an diesem Buch ist die Realisierung der allermeisten Bilder ohne großen Photoshop-Aufwand. Für mich ist das immer noch ein Qualitätskriterium, dass die Bilder ohne Nachbearbeitung bereits faszinieren. Eberhard Schuy begründet diese Herangehensweise sehr schön in einem Film von FotoTV.

Mein Fazit: Ein Buch, das ich jedem, der an ernsthafter Objektfotografie interessiert ist und der Aufwand und Arbeit nicht scheut nur empfehlen kann. Meiner Meinung nach nicht so geeignet ist dieses Buch für Interessierte, die nur mal kurz in die Objektfotografie reinschnuppern wollen und ohne großen Aufwand ein paar gute Objektfotos machen wollen.

Wer das Buch gewinnen will: Auf der Facebook-Seite von FotoTV.News wird auf ein Gewinnspiel hingewiesen. Wer bis Ende Oktober ein paar „Raffinierte Produktfotos“ an Eberhard Schuy (office@loft2.de) schickt, nimmt an der Verlosung des Buches teil. Also, wenn ihr ein paar Fotos im Archiv habt, oder schnell noch was machen könnt, dann macht einfach mit. Das Glück sei mit dem Mutigen, der sich traut, einem solchen Spezialisten seine Bilder zu schicken…

Impressionen vom Circus Roncalli

21. Oktober 2010

Zur Zeit habe ich für einen Monat von der Zeitschrift fotoMagazin und Olympus eine Testkamera zur Verfügung und zwar die Olympus PEN E-PL1. Da ich neben der Spiegelreflexkamera auch eine Familienknipse (LUMIX FZ28) habe mit der ich mit wenigen Ausnahmen recht zufrieden bin, war ich sehr gespannt auf den Test. Gestern war nun der Ernstfall: Zirkusfotografie. Die Lumix rauscht einfach arg, alles andere wäre für mich OK. Die letzten Zirkusbilder im Bog sind mit der Lumix aufgenommen, ich finde ganz OK, wenn nur das Rauschen nicht wäre…Beim Versuch das Rauschen zu minimieren geht man dann an die Grenzen der Belichtungszeit, dann sind die Bilder oft verwackelt, ein Teufelskreis. Die folgenden Bilder sind nun mit der Olympus bei 1000 ASA aufgenommen und in Lightroom leicht entrauscht. Ich muss sagen, in diesem Punkt ist die Kamera meiner LUMIX definitiv um Welten überlegen.  Da mein Kollege Hendrik neben mir saß und parallel die Vorstellung mit meiner LUMIX fotografiert hat, werden demnächst wahrscheinlich auch direkte Vergleichsfotos kommen. Hier jetzt einfach nur ein paar erste Impressionen:

 

der katalanische Weissclown Gensi

der katalanische Weissclown Gensi

 

Anastasii, Ana und Olena vom „Trio Bellisimo“

Anastasii, Ana und Olena vom „Trio Bellisimo“

 

Darren Burrell mit seiner fantastischen Seifenblasennummer

Darren Burrell mit seiner fantastischen Seifenblasennummer

 

Encho Keryazov aus Bulgarien, Gewinner des "Silbernen Clown" 2007

Encho Keryazov aus Bulgarien, Gewinner des "Silbernen Clown" 2007

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