“DVF als Partner attraktiver Fotowettbewerbe” ???
Heute lag das Mitgliedsjournal des Deutschen Verbandes für Fotografie e.V. (DVF) in meinem Briefkasten. Auf Seite 17 wird dann auf zwei Fotowettbewerbe hingewiesen “an denen der DVF als beratender Partner beteiligt ist”. Einer davon ist der Wettbewerb “Altersbilder”, vor dem wegen nicht akzeptabler Teilnahmebedingungen zur Zeit überall gewarnt wird ( z.B. hier und hier und hier usw. usf….). Das Thema Beteiligung an diesem Fotowettbewerb oder nicht ist eigentlich durch. (Meine dringende Empfehlung: Natürlich nicht!) Warum dann noch dieser Artikel dazu?
Mir geht es um die Verantwortung des Verbandes, den ich seit vielen Jahren mit meinen Mitgliedsbeiträgen unterstütze. Ein Blick auf die Seite des DVF macht nämlich deutlich, dass die ganzen Warnungen in der Blogszene vor diesem Wettbewerb nicht etwa dazu geführt haben, zumindest einmal sachlich auf die Probleme der Teilnahmebedingungen hinzuweisen, womöglich sogar auf die Diskussion darüber im Internet, sondern nur dazu, dass die Teilnahmebedingungen verteidigt werden und das zum Teil mit falschen Informationen.
So schreibt der DVF da zum Beispiel über die Nutzungsrechte der nicht prämierten Bilder:
Zu den nicht prämierten Beiträgen gilt Folgendes: Hierfür behält sich das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Einzelfall eine unentgeltliche Nutzung für die Öffentlichkeitsarbeit im Zusammenhang mit dem Wettbewerb vor. Eine PR-Kampagne mit den nicht prämierten Motiven ist nicht vorgesehen.
In den Teilnahmebedingungen des Wettbewerbs, denen man mit der Teilnahme automatisch zustimmen muss, liest sich dies aber ein entscheidendes bißchen anders:
Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend erhält das entgeltfreie Nutzungsrecht an allen Wettbewerbsbeiträgen sowie das Recht zur Bearbeitung für die per Post eingesandten Bilder. Dies gilt auch für die Berichterstattung über den Wettbewerb (unabhängig von den Medien) sowie zur weiteren Öffentlichkeitsarbeit (zum Beispiel Ausstellungsplakate, Einladungen, Ausstellungen, Kataloge, Bücher).
Ich lese aus den Teilnahmebedingungen also nichts heraus von einer Einschränkung auf Öffentlichkeitsarbeit im Zusammenhang mit dem Wettbewerb. Ganz im Gegenteil: in den Wettbewerbsbedingungen ist ja gerade betont, dass es auch (und nicht ausschließlich) für die Berichterstattung über den Wettbewerb gilt. Die Formulierung des DVF ist übrigens fast wörtlich übernommen von einem Herrn Bruno Neurath-Wilson, der dies auch als Kommentar in verschiedenen Blogs so geschrieben hat und der auch im Auftrag des Bundesfamilienministeriums über den Fotowettbewerb twittert.
So, und spätestens hier stellt sich für mich die entscheidende Frage: Wer ist hier eigentlich beratender Partner von wem? Ist der DVF als größter deutscher Verband für Amateurfotografen wirklich beratender Partner des Veranstalters eines Fotowettbewerbes und berät seinen Partner, wie man einen solchen Wettbewerb attraktiv gestaltet (und zwar nicht nur mit Preisen sondern vor allem auch mit Teilnahmebedingungen!). Oder ist es nicht eher umgekehrt und der Veranstalter des Fotowettbewerbs berät den DVF, wie er eigentlich inakzeptable Teilnahmebedingungen seinen Mitgliedern so verkaufen kann, dass sie es nicht so recht merken und trotzdem mitmachen…








muss mann jetzt schon Jurist sein?
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Mir vergeht die Lust an Wettbewerben teilzunehmen!
Ein “Leckerli” für eine Verwendung der Bilder sollte doch schon dabei abfallen, oder?
Die nächste DigiCam will auch bezahlt werden.
Lieben Gruß
ffc